Stromsparen: Vodafone fährt nachts LTE Kapazitäten zurück

Um Energie zu sparen, schaltet Vodafone in den Nachtstunden die LTE Sender auf den höheren Frequenzen teilweise ab. Nur auf 800 MHz bleibt alles auf Empfang.

Vodafone reduziert nachts Kapazitäten in seinem LTE Netz, um Strom zu sparen – jedoch auf eine ungewöhnliche Weise: Ab Mitternacht werden „die nicht benötigten Kapazitäten des Netzes temporär deaktiviert“, bestätigte ein Sprecher gegenüber Teltarif. Dessen Lesern war aufgefallen, dass bei Vodafone nachts LTE Kapazitäten auf den Bändern 1800 und 2600 MHz fehlten (je 20 MHz). Lediglich ein 10 MHz breiter Träger im reichweitenstarken 800-MHz-Band bleibt dem Bericht zufolge durchgehend aktiv. Bei der aktuell eingesetzten LTE Ausbaustufe würde daher die maximale Datenrate von 375 MBit/s auf nur noch 75 MBit/s sinken. Nutzer von Tarifen, die es erlauben, höhere Datenraten im Vodafone-Netz auszuschöpfen, wären empfindlich benachteiligt.

„Power Saving Features“

Der Netzbetreiber bestätigte die Maßnahmen und bezeichnet sie als „Power Saving Features“. Bereits seit 2014 werde das mit dem 2600-MHz-Band so praktiziert. Die Träger würden zwischen Mitternacht und 7:00 Uhr in der Früh abgeschaltet. Allerdings gab der Sprecher zugleich Entwarnung: Das 2600-MHz-Band werde auch nachts wieder aktiviert, sobald eine Zelle auf 800 MHz Datenverkehr registriert. Teilnehmer, die die Nachtstunden nutzen wollen, um Daten mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu laden, werden also nicht ausgebremst und können je nach Standort, Zellenauslastung und Geräteleistung weiterhin mit hohen Datenraten rechnen.

Telefónica und Telekom

Die beiden anderen deutschen Mobilfunknetzbetreiber schalten LTE-Träger grundsätzlich nicht ab, wie Telefónica Deutschland und die Telekom gegenüber heise online erklärten. „Unser LTE-Netz arbeitet aufgrund modernster Technologie insgesamt sehr energieeffizient“, erklärte ein Telefónica-Sprecher. Die Telekom teilte mit, nachts keine Standorte abzuschalten.

Quelle: heise.de